Blue Marble Lane, January 4

Und die Luft riecht anders. Man merkt es sofort, wenn man Immigration & Customs hinter sich gelassen hat und von dem steinernden Riesenzwerg in stiller Verbeugung begrüßt wird. Zusammen mit den mit silver ferns bedruckten Flugzeugen an den Gateways, den Shorts und Jandals tragenden Männern und Frauen und dem Slang des breiten “e” ist es ganz klar: Wir sind auf der langen weißen Wolke, Aotearoa, gelandet.

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Der kleine Chat mit der Besitzerin, seit stolzen drei Wochen, der Blue Marble Lane im Departure-Bereich des Auckland International Airports macht die unterschiedliche Mentalität zu Europäern, speziell zu Deutschen, deutlich: bei aller Arbeit wird das kurze Gespräch mit Menschen immer gerne angenommen. Anders als im Frankfurter Flughafen, Terminal 2, Starbucks an den Gates. Gelangweilte Gesichter und Unverständnis, dass nicht alle Gäste des Deutschen oder Englischen mächtig sind. Dort waren wir froh noch eine Runde drehen zu können, bevor wir von der Security durchleuchtet wurden. Hier sitzen wir unter beleuchteten Räumen, Ronan Keating erinnert an Notting Hill; wissend dass dies eine Lokalität ist, die mit Herzblut geführt wird und die Essen als Kunst versteht, wenn man sich die liebevoll hergerichteten Gerichte anschaut.

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Neuseeland – was für ein Empfang.
Ein Teil von mir ist wieder zu Hause.
Und wie jedes Mal kommt es mir so unwirklich vor, diese Luft einzuatmen, den Weg entlang der grünen Linie zum Domestic Airport zu laufen und zu wissen, die Gastfamilie aus Neuseeland, meine Familie, ist gleich nicht mehr die Familie aus Erzählungen und von Fotos, sondern sie stehen vor mir. Und weiter geht es, als wenn uns die letzten Monate und Jahre nicht über hunderte von Kilometern getrennt hätten.
Es ist eine Gabe dieser Familie keine Mauern aufzubauen. Ohne Berührungsängsten werden die alten Geschichtsfäden wieder aufgenommen und das Netz weiter gewoben. Es sind im Juni diesen Jahres 15 Jahre, die uns verbinden; immerhin die Hälfte meines Lebens. Wer hätte das gedacht, als ich mit 16 Jahren mit klopfendem Herzen aus der zweireihigen Maschine zum ersten Mal in Napier ausstieg, um meine neue Familie am anderen Ende der Welt zu treffen?
Und auch wenn Karyn, das Herzstück der Familie, so deutlich fehlt, werden die Fäden weitergesponnen und Familien wachsen und erzählen ihre eigenen Geschichten.

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